Mancher fragt sich sicherlich wenn er im Auto sitzt und auf den GPS-Empfänger starrt: Woher wissen die Satelliten eigendlich, wo ich bin. Manch Anderem ist in Zeiten Wolfgang Schäubles Vormarsch in die Privatsphäre und angesichts zahlreicher CSI-Folgen mulmig zu Mute, weil die Fahrt zur Oma in einigen Jahren vielleicht schwer in den Akten liegen könnte. Weil globale Positionierung unser Thema anschneidet und weil es generell ein interessantes Thema ist, will ich hier einen kleinen Teil Halbwissen beisteuern.

Unsere Erde wird von über 24 GPS-Satelliten umkreist. Jeder dieser Satelliten hat mindestens eine Atomuhr an Bord und funkt seinen Namen, seine Position und die genaue Uhrzeit beständig Richtung Erde. Der GPS-Empfänger vergleicht nun seine Uhrzeit mit der des Satellitensignals und kann aus der Differenz errechnen, wie weit er vom Satelliten entfernt ist. Gehen wir davon aus, dass der Empfänger sich auf der Erdoberfläche befindet, entsteht nun ein ellipsoides Gebiet möglicher Positionen.
Durch das Hinzuziehen eines zweiten Satelliten entsteht nun eine zweite Ellipse - unsere Position lässt sich also auf einen der Schnittpunkte beider Ellipsen einschränken. Geht der GPS-Empfänger nun davon aus, dass er sich erstens auf der Erdoberfläche befindet, er zweitens seit der letzten Positionsbestimmung nicht weit bewegt wurde und drittens seine interne Uhr mit einer Atomuhr vergleichbar genau geht, würden zwei Satelliten für eine hinreichend genaue Positionierung reichen. Da aber bei der Uhrengenauigkeit Sekundenbruchteile zählen und GPS-Empfänger auch im ausgschalteten Zustand bewegt werden, werden für eine genaue Ortung mindestens drei Satelliten benötigt. Die aktuelle Position befindet sich also auf dem Schnittpunkt der drei Ellipsen. Je mehr Satelliten in die Positionsbestimmung einfließen, um so genauer kann der Standort berechnet werden.
Aus diesem kleinen Überblick ersieht man relativ schnell, dass der GPS-Empfänger im gesamten Zusammenspiel der Positionierung der Einzige ist, der weiß, wo wir uns gerade aufhalten. Wenn er seine Daten nicht zusätzlich über eine Datenverbindung wie UMTS oder GPRS an einen dritten Anbieter versendet, zum Beispiel um nachvollziehen zu können, wo sich unser geklautes Auto gerade aufhält, ist eine Positionierung über das bestehende Amerikanische NAVSTAR-GPS für Dritte nicht überwachbar.
Kommentare
Wed, 02.12.2009 22:07
An dieser Stelle hört für mich ein sinnvoller Informationsfl uß auf. Demnächst kann j [...]
Wed, 04.11.2009 01:31
Sehr geile Sache! Das wär wirk lich fantastisch wenn man dami t ganze städte ansehen k [...]
Thu, 22.10.2009 00:16
Schade, gerade, wo ich mich ei ngelesen hatte.
Thu, 27.08.2009 19:24
Ja, echt schade. Ich wäre auch sehr an Streetview-Bildern in teressiert. Mal sehen wi [...]
Fri, 10.07.2009 22:07
jetzt mal ohne klugscheißen zu wollen: Alkohol, also Fusel, schreibt man mit nur einem s!